virus - eine kleine erschütterung?


 

 

durch unsere aktuelle situation sind wir angehalten, uns zurückzuziehen

und unsere kontakte nach außen weitestgehend einzuschränken.

dies soll geschehen, um der verbreitung des virus einhalt zu gebieten und

es somit auch zu besiegen, damit es uns keinen weiteren schaden zufügen kann.

 

 

wir befinden uns gegenwärtig in einer mehr oder weniger akzeptierten isolationssituation, die uns von anderen menschen empfohlen wird. diese empfehlung erntet einerseits zuspruch und verständnis und andererseits ablehnung und unverständnis. beeinflusst durch die unzähligen kommentare, machen wir uns natürlich unser eigenes bild.

dieses tragen wir dann in uns und geben es auch an unsere kinder und unser umfeld weiter.

wohin wir jedoch blicken, um unser bild zu erhalten, hängt immer von uns selbst ab und davon, wer wir sind.

 

 

gnothi s`afton – erkenne dich selbst

 

    spruch:  apollon-tempel in delphi  

    apollon: gott der sittlichen reinheit und mäßigung, der weissagung, der künste,  des frühlings, des lichts und der heilung   

 

betrachten wir die aktuelle situation jedoch neutral, ohne sie zu be- oder verurteilen, dann können wir die enorme möglichkeit erkennen, die uns momentan geboten wird. die möglichkeit, mit uns und unserem leben in kontakt zu treten – „uns zu erkennen“.

das tagtägliche rege treiben, das uns immer wieder den blick auf uns verzerrt, ist nun eingeschränkt.

wir können den blick auf unser leben richten, es wahrnehmen, unser wesen reflektieren und veränderung stattfinden lassen.

 

die inschrift am apollon-tempel sollte die menschen der antike schon auffordern, sich der eigenen begrenztheit,

unvollkommenheit und sterblichkeit bewusst zu werden. anmaßung und überschätzung der eigenen

möglichkeiten würden dazu führen, dass „der mensch nicht nur in einem großen sturm, sondern schon

durch eine kleinere erschütterung wie ein zerbrechliches gefäß in scherben zerfällt“. (seneca: röm. philosoph und stoiker)

 

aus dieser einsicht heraus sollten bescheidenheit und demut wieder in unser wesen einkehr halten,

um das „eigentümliche gute“ in uns aufleben zu lassen.

 

dafür haben wir jetzt die zeit und den raum

 

 

 

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