was geschieht da gerade mit uns?


 

  

dies ist die frage, die uns mit der gegenwart verbindet und uns darüber auskunft gibt,

wo wir im aktuellen moment stehen.

sie zeigt uns, wo uns die vergangenheit hingeführt hat und wie wir uns unsere zukunft vorstellen.

in dem moment, an dem wir uns unsere zukunft vorstellen, beginnen wir bereits ein teil von eben dieser zu sein. wir richten alles so ein, dass genau sie zur bühne unseres weiteren lebens wird.

 

was geschieht da gerade mit uns?

 

an solch einem punkt scheinen wir bisher noch nie gewesen zu sein und daher wissen wir auch nicht wirklich, was wir tun sollen.

wir wurden überrascht, wurden überrannt und sind nun überfordert.

haben es mit einem unsichtbaren gegner zu tun, der uns unserer existenz berauben will,

der sich an keine vorschriften und grenzen hält und sich rasant ausbreitet.

wir sehen, hören, riechen, schmecken ihn nicht und können ihn auch nicht berühren.

aber er berührt uns, nimmt uns unseren atem, noch bevor er uns erreicht hat.

er macht es uns eng, und das können wir nicht dulden.

da seine existenz unserem urteil nach keine berechtigung hat, wissen wir nun doch, was zu tun ist.

hier helfen alle maßnahmen, die unserer erfahrung nach immer wieder erfolgreich waren.

er muss ausgegrenzt und isoliert werden, damit er sich nicht noch weiter ausbreiten kann,

denn er macht was mit uns, das wir in der form nicht möchten und nicht akzeptieren können.

 

was geschieht da gerade mit uns?

 

wir spüren seine präsenz, obwohl wir ihn mit unseren sinnesorganen nicht wahrnehmen können.

ein inneres gefühl, auf der hut zu sein, macht sich in uns breit.

ein gefühl von unsicherheit, furcht, bis hin zur angst oder sogar panik.

wir haben ihn nicht eingeladen, wollen ihn nicht bei uns und schon gar nicht in uns.

er ist in unserer nähe und hat nichts gutes im sinn, denn er trachtet uns nach dem leben und gefährdet unsere existenz aufs heftigste.

 

was macht dieser ungebetene gast mit uns?

 

durch unsicherheit und angst getrieben, empfinden wir seine präsenz eindeutig als zerstörerisch.

alles wird unternommen, um seine „zerstörungskraft“ einzudämmen und abzutöten.

ist die gefahr, die von ihm ausgeht gebannt, können wir wieder in unser gewohntes leben zurück.

 

versuchen wir ihn aber von einer anderen seite zu betrachten,

könnte er die grundlage dafür sein, den boden für veränderung zu bereiten.

für eine veränderung, die zuerst bei jedem einzelnen beginnt, damit wir alle teil eines stabilen fundaments werden, auf dem „alles“ errichtet werden kann, was unserem überleben dient.

 

 

jeder mensch ist angehalten sich selbst zu betrachten,

sich zu erkennen und das „menschsein“ zu verinnerlichen.

 

 

unsere isolation als form eines retreat? 

 

 

 

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